Impressionen
Unser Wochenmarkt
seit Hunderten von Jahren immer am Donnerstag
Woche für Woche stehen sie da, unsere Marktfahrer*innen. Bei Hagel, Schnee, Hitzewelle, Erdbeben oder Vulkanausbrüchen – niemals würden sie einen Donnerstagmorgen aus- und ihre Kund*innen im Stich lassen.
Wir sind tief beeindruckt und darum geben wir Ihnen gerne ein bisschen Scheinwerferlicht in dieser Marktzeitung. Sie sind es, zusammen mit unserem Buuremaart am Samstag, die unsere 600-jährige Marktgeschichte am Leben erhalten. Sie führen fort, was einst unsere Identität war und was Altstätten über hunderte von Jahren leuchten liess. Es gibt – wie damals – noch immer unglaublich viel zu entdecken. Und vor allem reden wir hier von Qualität.
Von Herzblut. Von Regionalität und eben – von Identität mit unserer geliebten Region. Die Marktfahrer*innen kommen – auch wie früher – vom Bodensee, aus Appenzell, aber natürlich auch aus der nächsten Umgebung. Wir schleichen nun einfach über den Rathausplatz und plaudern mal mit den Marktleuten…
Wochenmarkt
Jeden Donnerstag von
8.00 bis 12.00 uhr auf dem
Rathausplatz
Buuremaart
buureschlau und auffällig auffällig!
Kurzes Spiel: Nimm ein Blatt Papier und notiere dir, was du alles an einem Buuremaart erwarten würdest. Gut. Und nun wetten wir, dass du nicht mal die Hälfte aufgelistet hast, was du in Altstätten findest! – Was gehört also zum Buuremaart? Logisch: regional, gesund, sälber gmacht, nachhaltig.
Frisches Brot aus einem Teig, der viele Stunden ruhen darf. Früchte, die viel länger reifen als beim Grossisten. Gemüse, gewachsen auf Rheintaler Erde, frisch geerntet. Fleisch und Käse aus glücklicher Tierhaltung, mit Liebe verarbeitet und hochgradig regional. Blumen, Wein, Keramik, Pilze, Pralinen und viele Handwerksprodukte, grad vor eurer Haustüre gestaltet und hergestellt.
Aber … Wer denkt bei «Buuremaart» an ein Repair Café, an Holzschmuck, an den Jugendtreff? An verschiedene Betriebe, die ihre Lehrstellen präsentieren? Wer denkt an ein Museum, an die Mütterrunde, an den Naturschutz oder ans Festungsmuseum Heldsberg? Oder wer denkt an musikalische Highlights, an ein Glas Gratismilch, an Määrlistunden oder Ponyreiten? Richtig. Daran denkt, wer nicht nur die Landwirtschaft, sondern auch Marketing und Akquise in sich drin hat.
Simone kennig, umtriebig, visionär Simone Mächler-Fehr vereint Vermarktung, Landwirtschaft, Netzwerk und Know-how mit Freude an jungen Start-ups und der bedingungslosen Lust auf Qualität. Sie hat ursprünglich das Mandat erhalten, dem Altstätter Buuremaart wieder etwas mehr Leben einzuhauchen. Unterdessen ist sie die Marktchefin vor Ort und aus einem Auftrag ist eine Leidenschaft geworden. Das Leben wurde nicht eingehaucht, sondern fleissig, umsichtig und ideenreich eingeimpft.
Und es geht noch weiter! Wenn man mit Simone über den Buuremaart redet, redet sie selten von früher, sie redet lieber von morgen und übermorgen. Vom Potential, das hier noch drinsteckt. Von ihren Ideen und von den coolen Marktleuten, die Lust haben, mitzuziehen und den Buuremaart zu einem Erlebnis zu machen, bei dem man nicht nur altbekannte Gesichter trifft, sondern gleichzeitig immer wieder neue Impulse mitnehmen kann.
Lichtmess- / Pelzfellmarkt
Auch dieser Markt war mit einem kirchlichen Tag verknüpft. 1802 bewilligte der Altstätter Stadtrat den Lichtmess-Markt. Maria Lichtmess wird am 2. Februar gefeiert und bedeutete früher das Ende der Weihnachtszeit, bei dem die Christbäume und Krippen weggeräumt wurden. Dieser Lichtmess-Markt entwickelte sich rasch zum Stelldichein der Jäger, die auf diesen Termin her jeweils mit einer grossen Zahl an Tierfellen aufliefen.
Maia-Maart
Er ist unser zweitgrösster Markt und nicht an ein kirchliches Fest gebunden. Er findet einfach immer am ersten Donnerstag im Mai statt. Ursprünglich war er mal mit Auffahrt verknüpft – damals, als er im 15. Jahrhundert beim Marktrecht erwähnt wurde. Der Zeitpunkt machte Sinn, weil saisonbedingt bereits viel angeboten werden konnte.
Augschta-Maart
Unsere Nummer eins kam erst 1542 dazu. Das Recht auf diesen Markt stellte uns aber logischerweise nicht mehr der Kaiser aus, sondern wurde von den «acht alten Orten» verliehen. Die «acht alten Orte» waren die ursprünglichen Mitglieder der «alten Eidgenossenschaft » und das Rheintal ein Untertanengebiet von einigen dieser Orte. (Für die, die’s genau wissen wollen: Es waren LU, ZH, GL, ZG und BE.) Jedenfalls: Der Augschtamaart wird immer am Montag nach Maria Himmelfahrt (15. August) durchgeführt, steht dick in jedem Appenzeller und Rheintaler Kalender und gilt als Höhepunkt des Marktjahres, bei dem das lange Zusammenhöcklen und die Musik noch an die dreitägigen Events von früher erinnern.
Chlausamaart
St. Nikolaus ist – und war schon immer – der Kirchenpatron der Altstätter Pfarrkirche. Naheliegend, dass am Donnerstag nach dem Samichlaus-Tag also ein grosser Markt über die Bühne geht – der Chläusler. Seit 1425 offiziell bestätigt und wahrscheinlich vorher schon ein wichtiger Termin in der Agenda der Marktfahrer und Rheintalerinnen.
Viehmarkt
Der Viehmarkt war wohl von Anfang an dabei, schliesslich waren Nutztiere früher eine enorm wichtige Handelsware. Anfänglich war der offizielle Viehmarkt nur zwei Mal pro Jahr erlaubt, ab 1619 gaben Abt und Landvogt die Erlaubnis, den Anlass jede Woche durchzuführen. Aus den Archiven haben wir eindrückliche Zahlen gefunden zum Maimarkt 1905: Dort wurden 856 Grossvieh – 149 Kälber, 29 Schafe,68 Ziegen, 522 Schweine, 86 Pferde – verkauft. Das ist enorm.